Diese Frage bekommen wir häufiger als jede andere, und sie ist unangenehm zu beantworten. Nicht weil wir etwas verbergen wollen, sondern weil eine ehrliche Antwort erst nach ein paar Rückfragen möglich ist. Trotzdem hilft es niemandem, wenn Agenturen sich um Zahlen drücken. Also hier der Versuch, das ohne Ausweichen zu erklären.
Warum niemand eine Zahl nennen will
Eine Website ist kein Produkt mit festem Umfang. Der Begriff deckt alles ab von einer einzelnen Seite mit Adresse und Telefonnummer bis zu einem Portal mit Kundenlogin, Buchungssystem und Anbindung an die Warenwirtschaft. Das ist, als würde man fragen, was ein Fahrzeug kostet. Ein Roller und ein Sattelschlepper sind beides Fahrzeuge.
Dazu kommt, dass viele Anbieter mit Lockpreisen arbeiten. Ein Angebot über 990 Euro klingt gut, bis man liest, dass Texte, Bilder, Datenschutzerklärung, Einrichtung und die dritte Korrekturrunde extra kosten. Am Ende steht dieselbe Summe wie beim Anbieter, der von Anfang an transparent kalkuliert hat, nur mit mehr Ärger unterwegs.
Die vier Wege und was sie kosten
Baukasten in Eigenregie
Wix, Jimdo, Squarespace und ähnliche Anbieter kosten 15 bis 40 Euro im Monat. Sie bauen selbst, aus einer Vorlage. Das funktioniert für eine reine Visitenkarte im Netz und für Betriebe, die keine Anfragen über die Website erwarten. Was Sie zusätzlich zahlen, ist Ihre Zeit. Rechnen Sie mit 20 bis 40 Stunden, bis etwas Vorzeigbares dasteht, und mit deutlich mehr, wenn Sie Ansprüche haben.
Die versteckten Kosten liegen woanders: Baukastenseiten sind selten schnell, die Struktur ist für Suchmaschinen oft schwer verwertbar, und der Umzug weg vom Anbieter ist später aufwendiger als ein Neubau, weil sich Inhalte nicht sauber exportieren lassen.
Freelancer
Für eine kompakte Unternehmensseite zahlen Sie bei einem Freelancer in der Region meist zwischen 1.200 und 2.500 Euro, bei erfahrenen Leuten auch mehr. Das ist oft die richtige Wahl für kleine Projekte mit klarem Umfang. Der Nachteil ist die Abhängigkeit von einer Person. Wenn diese Person krank wird, umzieht oder den Beruf wechselt, steht Ihr Projekt.
Agentur
Hier ist die Spanne am größten, und das hat einen Grund. Agenturen, die jedes Projekt komplett neu aufsetzen, liegen für eine kompakte Seite bei 2.500 bis 3.500 Euro und für eine klassische Firmenwebsite bei 4.000 bis 8.000 Euro. Agenturen mit einem eingespielten Vorgehen und festen Paketen liegen deutlich darunter, weil sie nicht jedes Mal bei null anfangen. Größere Projekte mit Shop, Buchungssystem oder Schnittstellen werden immer nach Konzept kalkuliert.
Wir gehören zur zweiten Gruppe. Unser kompaktes Paket kostet 1.190 Euro netto, die größere Fassung mit Blog und Karrierebereich 1.890 Euro netto. Das ist möglich, weil wir mit einem eigenen Gestaltungsraster und einem festen Ablauf arbeiten. Individuell bleibt trotzdem, was individuell sein muss: Farben, Typografie, Bildsprache, Struktur und Texte. Was standardisiert ist, ist die Technik darunter und die Art, wie wir ein Projekt durchziehen.
Was Sie dabei bezahlen, ist weniger die reine Arbeitszeit als das Wegfallen von Entscheidungen. Sie müssen nicht wissen, welches Bildformat sinnvoll ist, wie ein Kontaktformular datenschutzkonform arbeitet oder warum die Überschriftenstruktur eine Rolle spielt. Achten Sie beim Vergleich weniger auf die Summe als darauf, was enthalten ist. Ein Angebot über 900 Euro, bei dem Texte, Rechtstexte und Einrichtung extra berechnet werden, ist am Ende teurer als eines über 1.890, in dem alles drin ist.
Interne Lösung
Manche Betriebe haben jemanden im Haus, der sich auskennt. Das kann gut gehen. Es geht dann schief, wenn diese Person eigentlich für etwas anderes eingestellt ist und die Website zwischen Tür und Angel entsteht. Wir haben Fälle gesehen, in denen ein halbes Jahr Arbeitszeit eines Mitarbeiters in eine Seite geflossen ist, die eine Agentur für ein Drittel der Personalkosten gebaut hätte.
Was den Preis wirklich treibt
Die Zahl der Seiten ist erstaunlich unwichtig. Zehn ähnlich aufgebaute Unterseiten kosten kaum mehr als fünf. Was den Aufwand treibt, sind andere Dinge.
- Inhalte. Wenn Sie Texte und Bilder liefern, sparen Sie viel. Wenn wir schreiben und fotografieren lassen, kommen schnell 1.000 bis 3.000 Euro dazu. Das ist meistens gut angelegtes Geld, weil Inhalte über die Wirkung entscheiden.
- Individualität der Gestaltung. Ein Design, das eng an Ihrer Marke entlang entwickelt wird, kostet mehr als eine Anpassung innerhalb eines vorhandenen Rasters.
- Funktionen. Alles, was über Text, Bild und Kontaktformular hinausgeht, treibt den Preis. Terminbuchung, Kundenbereich, Filterfunktionen, Mehrsprachigkeit, Anbindung an vorhandene Software.
- Migration. Eine bestehende Seite mit 200 Unterseiten sauber umzuziehen, inklusive Weiterleitungen, ist ein eigenes Projekt.
- Abstimmungsaufwand. Ein Projekt mit einem Entscheider läuft anders als eines mit einem fünfköpfigen Gremium, das jede Farbe diskutiert.
Die Kosten nach dem Livegang
Das ist der Teil, der in Angeboten oft fehlt und Kunden später überrascht. Eine Website ist kein einmaliger Kauf.
- Domain: 10 bis 20 Euro im Jahr für eine .de-Adresse.
- Hosting: 5 bis 30 Euro im Monat, je nach Anforderung. Für die meisten Unternehmensseiten reicht das untere Ende.
- Wartung: 30 bis 100 Euro monatlich für Updates, Backups und Erreichbarkeitsprüfung. Bei Systemen wie WordPress ist das keine Kür, sondern Sicherheitsvorsorge.
- Inhaltliche Pflege: Je nachdem, ob Sie das selbst machen oder abgeben.
- Überarbeitung: Alle vier bis sechs Jahre steht eine größere Aktualisierung an, technisch wie gestalterisch.
Faustregel: Rechnen Sie mit 25 bis 60 Euro im Monat für Betrieb und Pflege zusammen. Über fünf Jahre kommen so 1.500 bis 3.600 Euro zusammen. Je günstiger die Erstellung war, desto stärker fällt dieser Posten ins Gewicht, und genau deshalb lohnt sich der Blick darauf schon beim Angebotsvergleich.
Eine Beispielrechnung
Nehmen wir einen Handwerksbetrieb aus Dortmund mit acht Mitarbeitern, der bisher eine veraltete Seite hat und mehr Anfragen sowie Bewerbungen will.
- Paket Unternehmen, acht Seiten inklusive Karrierebereich, Konzept und Gestaltung: 1.890 Euro
- Texte für alle Seiten nach Interview: 690 Euro
- Fototermin im Betrieb: 490 Euro
- Einrichtung, Weiterleitungen, Search Console, Einweisung: im Paket enthalten
Macht 3.070 Euro netto einmalig, dazu 25 Euro netto im Monat für Hosting und Wartung. Wenn dieser Betrieb über die Seite im Jahr auch nur zwei zusätzliche Aufträge à 3.000 Euro bekommt, hat sich die Investition im ersten Jahr getragen. Wenn er über die Karriereseite einen Gesellen findet, den er sonst über einen Personaldienstleister hätte suchen müssen, ebenfalls.
Diese Rechnung geht nicht in jedem Fall auf, und wir behaupten das auch nicht. Ein Betrieb, der ausgelastet ist und keine neuen Kunden braucht, investiert sein Geld woanders besser.
Wo Sie sinnvoll sparen können
Es gibt Stellen, an denen sich Sparen lohnt, und andere, an denen es teuer wird.
Sinnvoll sparen: Liefern Sie Texte und Bilder selbst, wenn Sie können. Verzichten Sie auf Funktionen, die Sie sich nur theoretisch vorstellen können. Starten Sie mit weniger Seiten und bauen Sie später aus. Nutzen Sie vorhandene Fotos, wenn sie brauchbar sind.
Nicht sparen: An der Struktur, weil sie später kaum korrigierbar ist. An der mobilen Umsetzung, weil dort der größte Teil der Besucher herkommt. An der Rechtssicherheit, weil eine Abmahnung teurer ist als jedes Angebot. Und an der Ladezeit, weil eine langsame Seite Besucher verliert, bevor sie irgendetwas gelesen haben.
Der häufigste teure Fehler ist übrigens keiner von diesen. Es ist, eine Website bauen zu lassen und sie danach fünf Jahre nicht anzufassen. Eine Seite, die nicht gepflegt wird, verliert Positionen bei Google, wirkt veraltet und bringt irgendwann gar nichts mehr. Dann steht dieselbe Ausgabe erneut an.